Centralkaufhaus

Aus Norder Stadtgeschichte
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Centralkaufhaus

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Basisdaten
Entstehungszeit 1924
Erbauer Carl Carstens
Bauweise verputzter Backsteinbau
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Osterstraße 15-16

26506 Norden

Das als Ceka Centralkaufhaus (kurz: Ceka) bekannte Gebäude an der Osterstraße 15-16 blickt auf eine bis in das Jahr 1572 zurückreichende Historie zurück. In weiten Teilen seiner Geschichte war das hier befindliche Gebäude ein Gasthof bzw. ein Hotel.

1924 erhielt das Gebäude im Wesentlichen seine heutigen Form und beherbergte seit etwa 1946 eine Filiale der aus Tidofeld stammenden Schlachterei Siwek, 1956 das Kaufhaus Radefeldt und seit 1994 das Ceka Centralkaufhaus, das zeitweise zusätzlich im benachbarten Haus Cremer ansässig war. Wegen seiner baugeschichtlichen Bedeutung steht das Gebäude heute steht unter Denkmalschutz.[1]

Geschichte

Am Standort des heutigen Centralkaufhaus soll sich bereits 1572 ein Gasthof namens In de gulden Wagen oder auch De golden Kutzwagen befunden haben, der insbesondere bei den sogenannten Geusen ein beliebter Treffpunkt gewesen sein soll.[2] Die Geusen waren niederländische Aufständische bzw. Protestanten, die sich im Achtzigjährigen Krieg (1568-1648) gegen die Obrigkeit auflehnten und daher Verfolgung ausgesetzt waren. Viele von ihnen flohen als Glaubensflüchtlinge nach Ostfriesland und gingen der Piraterie nach.

Um 1812 besaß der Bierbrauer und Kaufmann Jan Gerjets Cremer das Grundstück. Bis zum Jahr 1897 wurde hier eine Schankwirtschaft mit kleinem Saal betrieben. In dieser Zeit werden zwei unverheiratete Schwestern mit Namen Taddigs als Eigentümer im Grundbuch genannt.[2]

1898 oder 1899 erwarb Carl Carstens die Gastwirtschaft und richtete hier nach einem Umbau mehrere Gästezimmer ein.[3][4][5] Aufgrund seiner zentralen Lage nannte er das Gebäude (nach alter Schreibweise) Central-Hotel. 1924 erwarb Carstens das Nebengebäude (nach heutiger Nummerierung wäre dies die Nummer 15) hinzu, das bis dahin einem Schuster namens Teekenbörg gehörte und ließ es mitsamt des Stammgebäudes abbrechen.[4][5] Auf beiden Grundstücken errichtete er das bis heute bestehende Gebäude, in dem er neben dem Hotelbetrieb (Central Hotel) auch eine Schankwirtschaft (Central Stuben) unterhielt.

Die Kosten für diesen imposanten Bau waren jedoch so umfangreich, dass der Sohn des Erbauers, Wilhelm Carstens, schon bald gezwungen war, das Gebäude mitsamt Grundstück in einer Zwangsversteigerung zu veräußern. Hier sprang die Stiefmutter von Wilhelm, Anna Carstens, in die Bresche und erwarb das Hotel. Sie bewirtschaftete es bis zum 1. Januar 1944 weiter, ehe sie es an eine Familie Heidelbach verkaufte. Diese wiederum veräußerte es nach dem Krieg an Heinrich Siwek aus Tidofeld, der hier eine Schlachterei betrieb. Einen Teil der Räume vermietete er an Möbel Gerdsmeier.[4] Bis nach Kriegsende blieb das Hotel auch noch von Wehrmachtsangehörigen bewohnt, die während des Kriegs dort einquartiert wurden.[6]

Mitte der 1950er Jahre erwarb der aus Westpommern stammende bzw. vertriebene Karl-Ludwig Radefeldt das Gebäude und richtete ein nach ihm benanntes Kaufhaus (Radefeldt) ein.[4] Die Eintragung im Handelsregister erfolgte am 31. März 1956, weshalb eine Eröffnung in dieser Zeit zu suchen ist.[7] Vor oder nach der Übernahme durch den Sohn Fritz Radefeldt wurde das Kaufhaus um ein Restaurant erweitert.

1980 wurde das Kaufhaus durch die Leeraner Kaufhausgruppe Ceka (Familie Többens) übernommen.[5] Bis heute wird das Gebäude von Ceka genutzt.

Trivia

Das Central-Hotel war am 15. Januar 1920 Gründungsort der Norder Raiffeisenbankbank.

Galerie

Einzelnachweise

  1. Liste der Baudenkmale in Norden, abgerufen am 11. November 2021
  2. 2,0 2,1 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 184
  3. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 72
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 185
  5. 5,0 5,1 5,2 Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 84f.
  6. Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 76
  7. Handelsregisterauszug zu Karl-Heinz Radefeldt in Norden, abgerufen am 14. Juni 2021

Siehe auch