Liste der Burgen und Wehrhäuser

Aus Norder Stadtgeschichte
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Das Steinhaus in Bunderhee (Landkreis Leer), der klassische Typus ostfriesischer Burgen.

Die Liste der Burgen und Wehrhäuser gibt einen Überblick über die bekannten Bauwerke dieser Art, die es im Laufe der Jahrhunderte auf dem heute zur Stadt Norden gehörenden Gebiet gegeben hat. Die meisten dieser Häuser wurden ursprünglich von den vornehmenen Familien oder den in Norden ansässigen Häuptlingsgeschlechtern errichtet und dienten sowohl der Manifestierung der eigenen Stellung gegenüber dem Großteil der restlichen Bevölkerung, die sich solche Steinhäuser niemals hätten leisten können, aber auch zu Verteidigungszwecken. Norden hatte zu keiner Zeit eine Stadtbefestigung, da es seine Bedeutung als Häuptlingssitz bereits spätestens mit der Schlacht von Bargebur im Jahre 1433 verlor und zudem auf natürliche Weise durch unzugängliche Moore und Marsche geschützt war.

Die in und um die Norder Altstadt entstandenen Burgen und Wehrhäuser darf man sich dabei keinesfalls wie jene Burgen aus der Trivialliteratur vorstellen. Es waren vielmehr größere Häuser aus Ziegelsteinen, die meist nur über einen Turm verfügten. Manchmal entstand das Haus auch neben einem solchen Wehrturm. Einige dieser Bauten waren zwar mit Gräben und Mauern gesichert, aber kamen an die Größe von Ritterburgen, die man aus Film und Fernsehen kennt, nicht heran. Das liegt vor allem darin begründet, dass seit jeher nur sehr geringen natürliche Steinvorkommen existieren. Die wenigen Steine, die es hier im flachen ostfriesischen Land gibt, waren Findlinge aus der Eiszeit. Oftmals waren die ostfriesischen Burgen daher aus gebrannnten Ziegelsteinen hergestellt, aus denen wir letztlich auch heute noch überwiegend unsere Häuser errichten.

Dennoch waren diese Häuser geeignet, dass ihre Besitzer sich gegenüber dem überwiegend armen Rest der Bevölkerung, deren Behausung einfacher Natur waren, abheben konnten. Im Wesentlichen waren sie zudem immer gleich aufgebaut und bestanden aus eine größeren Halle, deren Ausmaß oftmals deutlich über zehn Metern lag.[1] Diese Halle diente als Wohn und Empfangszimmer und war mit mindestens einem, meist zwei großen Kaminen auf beiden Seiten des Raums ausgestattet.

Viele größere Höfe oder Häuser wurden in früheren Zeiten auch als Burg (Finettenburg, Timpenburg, Tütelburg, ...) bezeichnet und tragen diesen Bestandteil noch heute im Namen. Damit wollte man sich jedoch lediglich von den ärmlichen Lehmhütten anderer Menschen abheben, also keine Burg im Sinne einer Verteidigungsanlage beschreiben. Das letzte, noch als eine ostfriesische Burg anzusehende Gebäude ist seit dem Abbruch der Osterburg und der Westerburg im Jahre 1969 das Ekeler Vorwerk.

Das Ekeler Vorwerk an der Schulstraße 33 lehnt sich architektonisch an die alten Wehrhäuser an.

Auflistung

Name Standort Bauzeit Erbauer Abbruch
Addingaburg Bundesstraße vor 1300 Familie Addinga um 1374
Aldersnaburg Parkstraße 30 A um 1300 Familie Aldersna 1353
Burg Tidofeld Heerstraße 1614 Tido von Inn- und Knyphausen 1669
Ennenburg Osterstraße 135 spätes 13. Jhdt. Familie Attena 1408
Ekeler Vorwerk Schulstraße 33 vor 1605 Familie Uldinga erhalten
Haus Barenbusch Barenbuscher Weg 23 15. Jhdt. Familie Idzinga 1892
Haus Wirde In der Wirde 31 1665 Engelbert Kettler nach 1923
Idzingaburg Ulmenweg 3 13. Jhdt. Familie Idzinga nach 1461
Kenenburg Am Markt 9 - 11 vor 1361 Familie tom Brook um 1617
Oldeborg Burggraben um 1285 unbekannt um 1744
Osterburg Osterstraße 135 um 1410 unbekannt 1969
Pibingaburg unbekannt unbekannt Familie Pibinga unbekannt
Uldingaburg Schulstraße 9-11 14. Jhdt. Familie Uldinga um 1806
Westerburg Knyphausenstraße um 1415 Familie Hadelsen 1969

Kartografische Übersicht

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Einzelnachweise

  1. Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 66

Siehe auch