Haus Stroman

Aus Norder Stadtgeschichte
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Haus Stroman

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Basisdaten
Entstehungszeit 1834-1835
Erbauer Dodo Dirks Stroman
Bauweise Ziegelsteinbau
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Brückstraße 6

26506 Norden

Die Haus Stroman wurde 1834 von dem Kaufmann Dodo D. Stroman errichtet. Seitdem wurde das große Gebäude mitsamt des Geländes auch als Holzhandlung mit Sägewerk sowie noch später als Baustoffhandlung (zuletzt Albert Wieben) genutzt. Heute wird das denkmalgeschützte Haupthaus aus dem Jahr 1834 für Wohnzwecke genutzt, in der im rückwärtigen Bereich des Geländes befindlichen Scheune richtete der Reichshof einen gemütlich-rustikalen Veranstaltungssaal ein.

Geschichte

Im Jahre 1722 wird erstmals ein Haus auf dem Grund der heutigen Brückstraße 6 erwähnt, das damals im Besitz des Jann Peter Risdeck war. Es scheint schon damals ein stattliche Größe gehabt zu haben, denn 1748 wurde es für 2.800 Gulden verkauft und ging so an die Kinder des Uve Edden Uven. Am 26. Februar 1781 wird es wiederum von Mimke Weert Woltzen und Foolke Zicken erworben. Durch den dazugehörigen Kaufvertrag wird ersichtlich, dass sich seinerzeit hier eine Brauerei befand, denn neben dem Gebäude wurden auch die dazugehörigen Braugerätschaften verkauft.[1]

Die nachfolgenden Besitzer hießen Menno Mennen Habben und Rinste Frerichs. Es folgt der Sohn des Menno Mennen Haben und am 6. Februar 1790 Berend Claassen de Boer. Durch ein Vorkaufsrecht verliert de Boer dann jedoch offenbar den Kaufanspruch bald wieder, denn schon am 3. Juni 1790 wird Peter Hinrichs Brauer zum neuen Eigentümer des Hauses. Aus nicht näher nachvollziehbaren Gründen wurde in dem Vertrag festgehalten, dass in dem Haus solange keine Holzhandlung betrieben werden dürfe, wie die Peter Hinrichs Brauer sowie dessen Kinder und Enkel noch am Leben sind. Doch bereits drei Jahre später, am 16. Februar 1793 wurde das Gebäude abermals verkauft und kam so in den Besitz der Witwe des Deichrichters und Zwirnfabrikanten Johan Ulbens, die es ihrem Sohn Uven Janssen Ulbens überschrieb.[1]

Erneut dauerte es nur wenige Jahre, bis das Haus wieder den Besitzer wechselte. Am 19. September 1796 wurde Ontje Tjardts neuer Hauseigner. Ihm folgt der Brauer Jibbe Poppinga, der das Haus am 28. September 1798 für 8.280 Gulden erwarb. Bis mindestens 1810 befand sich hier dann (wieder) eine Brauerei, die in dieser Zeit von Ippe T. Poppinga betrieben wurde.[1] 1829 folgen ihm der Gastwirt und Fuhrmann Jacob Friedrichs, ab 1833 der Schenkwirt Jan E. Groenewold und 1834 schließlich Dodo Dirks Stroman.[1][2]

Stroman erbaute das Gebäude von 1834 bis 1835 neu.[1][2] Bereits im April 1826 hatte Stroman das Holzlager von der Witwe des früheren Hauseigners Berend Claassen de Boer übernommen und so selbst eine Holzhandlung gegründet. 1851 erweiterte er das Gelände um einen neuen Holzschuppen sowie 1856 um eine Dampfschlägermühle, die er zum Sägen des Holzes verwendete.[1]

Die rege Bautätigkeit jener Zeit führte zu einer großen Nachfrage nach Bauholz.[3] Nach dem Ausscheiden von Stroman übernehmen sein Sohn Hermann Stroman und sein Schwiegersohn Arend Janssen Hoppe den Betrieb. Ab 1901 nahm Hermann seinen Sohn Dodo Stroman mit in die Firma auf, die bis nach dem Zweiten Weltkrieg Bestand hatte. Ab 1954 war im ehemaligen Sägewerksgebäude die Klempnerei G. W. Claassen, die 1897 in der Großen Mühlenstraße gegründet wurde und 1982 in das Gewerbegebiet Leegemoor umzog.[4] Seitdem - bis Anfang der 2000er Jahre - befand sich hier dann der Albert Wieben Holz- und Baustoff-Großhandel GmbH u. Co. KG.[1]

Das Haupthaus, das eigentliche Stroman'sche Haus, wurde bereits 1999 zu einem Mehrparteienhaus umgestaltet und umfangreich renoviert.[5] Es steht unter Denkmalschutz.[6]

Galerie

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Schreiber, Gretje (1994): Die Bewohner der Brück- und Dammstraße
  2. 2,0 2,1 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 151
  3. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 174
  4. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 175
  5. Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 43
  6. Liste der Baudenkmale in Norden, abgerufen am 11. November 2021

Siehe auch