Philadelphia

Aus Norder Stadtgeschichte
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Philadelphia

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Basisdaten
Entstehungszeit 1802
Erbauer Justus Friedrich Steinbömer II.
Bauweise Ziegelsteinbau
Erhaltungszustand 1991 abgebrannt
Genaue Lage Schulstraße 12-15

26506 Norden

Das Haus Philadelphia war ein 1802 errichtetes Anwesen an der Schulstraße, schräg gegenüber der (ehemaligen) Grundschule Ekel. 1991 wurde es infolge von Brandstiftung zerstört und steht in keiner Verbindung zur ehemals im Ekeler Vorwerk ansässigen Philadelphia Community.

Geschichte

Während Peter Friedrich Lubinus das Haus Lubinus am Neuen Weg für sich und seine Familie errichtete, wohnte sein Kompagnon Justus Friedrich Steinbömer II. unmittelbar über ihrer Fabrik, der Rauchwarenfabrik Steinbömer & Lubinus. Als Zweit- sowie Sommerwohnsitz erbaute er sich daher 1802 das Haus Philadelphia.[1] Wie genau dieser Name entstanden ist, lässt sich nur mutmaßen, es war aber wohl keine Erfindung Steinbömers, denn das Flurstück oder ein anderes Gebäude hier trug bereits zuvor den Namen Philadelphia.[2][3] Naheliegend ist, dass der Name eine Hommage an die 1681 gegründete, US-amerikanische Stadt gleichen Namens ist. Aus dem Griechischen sinngemäß übersetzt bedeutet Philadelphia soviel wie Ort brüderlicher Liebe‘ oder Bruderliebe. Wie auch bei der Großstadt ist ein Zusammenhang mit Mennoniten denkbar, weshalb vermutet werden kann, dass das Grundstück hier der Mennonitengemeinde Norden gehörte.

In jedem Fall tauchte dieser Name bereits um 1750 in einem Hypothekenbuch auf. Später soll hier eine Dampfölmühle gestanden haben, die jedoch 1857 abgebrannt ist.[4] Wohl nach dem Tode Steinbömers im Jahre 1854, eher aber nach dem Brand 1857, richtete hier der bekannte Norder Weinhändler Jürko Christian Rykena eine Schnapsbrennerei (Sprit-Fabrik Philadelphia) ein.[5] Er erweiterte das Anwesen um einen Querbau, der 1981 wegen Baufälligkeit abgebrochen werden musste.[2] Lange scheint die Brennerei auch nicht im Eigentum Rykenas gestanden zu haben, denn bereits 1860 wird ein Fr. R. Otten als Besitzer genannt.[4] Der Brennereibetrieb wurde 1867 eingestellt.[6]

1991 wird das historische Gebäude Opfer von Brandstiftung.[2] Es befand sich zuletzt im Besitz der Firma Stilkenboom,[7] war jedoch zu einem Treffpunkt für zwielichtige Gestalten geworden. Bereits zwei Jahre nach dem Brand errichtete man auf dem Gelände mehrere Reihenhäuser, welche bis heute bestehen.

Galerie

Einzelnachweise

  1. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 60
  2. 2,0 2,1 2,2 Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 35
  3. Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 55
  4. 4,0 4,1 Schreiber, Gretje (2011): Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript
  5. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 134
  6. Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 44
  7. Angaben der Nutzerin Aenne Kruse bei facebook am 22. Dezember 2022

Siehe auch