Johann-Christian-Reil-Straße

Aus Norder Stadtgeschichte
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Johann-Christian-Reil-Straße

Die Karte wird geladen …
Basisdaten
Stadtteil/-viertel Norden
Erschließungsjahr um 1925
Namensgebung um 1925
Historische Namen Friesenstraße

Christian-Reil-Straße

Die Johann-Christian-Reil-Straße ist eine Gemeindestraße in Norden. Sie grenzt nordwestlich an Im Thuner und südöstlich an die Feldstraße. Gekreuzt wird sie von der Ufke-Cremer-Straße, weiterhin geht nordöstlich die Otto-Leege-Straße ab.

Geschichte

Herkunft und Entwicklung des Namens

Die heutige Johann-Christian-Reil-Straße war ursprünglich Teil der Friesenstraße. Die alte Friesenstraße verlief, erst im Spiet beginnend, bis zur Otto-Leege-Straße, davor und dahinter befanden sich lange Zeit ausgedehnte Wiesen ohne befestigte Wegführung.

Wohl aufgrund der Tatsache, dass die Friesenstraße an der Kreuzung zur Feldstraße einen markanten, möglicherweise Verwirrung stiftenden Versatz hatte und sich später auch durch weitere Bebauung nach Nordwesten und Südosten bedeutend verlängert hatte, entschied man sich nach dem Zweiten Weltkrieg, den nordwestlichen Teil zu separieren und umzubenennen zu Ehren des auch in Norden tätigen Arztes Johann Christian Reil, einem weit über Ostfriesland hinaus bekannten Mediziner und dem Begründer der modernen Psychiatrie.[1] Kurioserweise nannte man die Straße aber zuerst nur Christian-Reil-Straße und mutete den Anwohnern viele Jahre später eine erneute Umbenennung zu in den heutigen Namen Johann-Christian-Reil-Straße. Die älteren Einwohner nennen ihre Straße noch heute nur Christian-Reil-Straße.

Entwicklung

Anhand der für die 1920er Jahre typischen Bebauung kann eine Erschließung der Friesenstraße für die Zeit um 1925 angenommen werden. Zuvor war das Land hier nicht sturmflutsicher gewesen und die äußerste Siedlungsgrenze bildete der nordöstlich parallel verlaufende Hollweg, dessen Nordostseite noch am sicheren Geestrand liegt. Erhöhte Deichsicherheit, verbesserte Entwässerung und die zunehmende Verlandung des Tiefs, schließlich sein Abschluss von der Nordsee 1929 durch den Bau des Leybuchtsiels, ermöglichten schließlich eine weitere Wohnbebauung in die Marsch hinein.

Zuerst entstand grob das Carrée Feldstraße, Friesenstraße, Otto-Leege-Straße. In dem Bereich, der heutzutage die Johann-Christian-Reil-Straße bildet, standen bis nach dem Zweiten Weltkrieg nur 14 Häuser, nämlich jeweils sieben an jeder Straßenseite zur Feldstraße hin. Diese geben sich noch heute überwiegend durch die typischen Mansarddächer und Walmdächer der 20er Jahre zu erkennen. Nur bessergestellte Familien etwa von Staatsbeamten konnten sich den Bau einer solchen kleinen Villa erlauben, und dieser neu erschlossene "ruhige, grüne Westen" der Stadt galt damals als vornehme, bevorzugte Wohngegend im Gegensatz zur beengten Wohnsituation in der Altstadt und den nunmehr als unmodern empfundenen, üppig verzierten Jugendstilvillen der Kaiserzeit an den belebten Durchgangsstraßen.

Heutzutage sind alle umliegenden Wiesen bebaut, was den ursprünglichen idyllischen Charakter der Straße etwa seit den 1960er Jahren stark verändert hat. Aber die Großzügigkeit der Grundstücke und Häuser, die Nähe zu Innenstadt und Gewerbepark, zu Schulen und nicht zuletzt die "rückwärtige" Anbindung über Nebenstraßen ins Kurgebiet von Norddeich haben auch nach hundert Jahren ihren Reiz nicht verloren und machen die Gegend um die Johann-Christian-Reil-Straße nach wie vor zu einer bevorzugten Wohngegend in Norden. Dies ist nicht zuletzt daran zu erkennen, dass auch hier seit den 2010er Jahren eine Verdichtung einsetzt durch Abriss von Einfamilienhäusern und Neubebauung unter voller Ausnutzung des Bauteppichs durch Mehrparteienhäuser.

Gebäude und Plätze

In der Straße befinden sich ausschließlich Wohnhäuser, überwiegend Einfamilienhäuser.

Einzelnachweise

  1. Übersicht über sach- und personenbezogene Straßennamen der Stadt Norden

Siehe auch