Erste Dionysiusflut

Aus Norder Stadtgeschichte
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Als Erste Dionysiusflut werden zwei schwere Sturmfluten an der Nordsee bezeichnet, die die ostfriesische Küste am 9. Oktober 1374 und vom 8. bis zum 10. Oktober 1375 heimsuchten. In Ostfriesland, aber auch in Flandern (Belgien) und an der Weser kam es zu massiven Zerstörungen und zahlreichen Todesopfern. Benannt sind die Sturmfluten nach dem Heiligen Dionysius von Paris, dessen Gedenktag der 9. Oktober ist.[1]

Die Leybucht erreichte nach der Flut mit etwa 13.000 Hektar ihre größte Ausdehnung und das Dorf Westeel musste aufgegeben werden. Bezogen auf das heutige Stadtgebiet von Norden reichte sie ungefähr bis an die heutigen Straßenzüge Utlandshörn und Westermarscher Straße, wo nachfolgend auch eine Deichlinie errichtet wurde. Nach Osten reichten die Fluten bis an das Stadtgebiet, die Wellen sollen sogar bis an die Mauern des Dominikanerklosters am Fräuleinshof geschlagen haben. Auch Süderneuland ging in den Fluten verloren, die Leybucht drang hier bis etwa zur heutigen Bundesstraße vor, teilweise sogar bis nach Lütetsburg.

Trotz zahlloser Todesopfer und Landverluste hatte die auf einer erhöhten Geestinsel errichtete Stadt Norden nun direkten Zugang zum Meer. Der Norder Hafen bescherte der Stadt fortan über Jahrhunderte eine wirtschaftliche Blüte. Der Geschichtsschreiber Ubbo Emmius berichtete in den 1590er Jahren von den Sturmfluten:

Am 9. Oktober 1373 erfolgte eine große Überschwemmung, wie sie seit Menschengedenken nicht gewesen war, welche sich über die ganze friesische Küste erstreckte und den Einwohnern zu schwerem Unglück gereichte. Denn sie bedeckte das ansehnliche Dorf Westeel, in einer fruchtbaren Gegend fast 2000 Schritte im Süden von Norden gelegen und gegen Aufgang der Sonne Osten schauend mit einer solchen Menge Wassers, dass alle Gebäude mit der Kirche niedergerissen und zerstört wurden, ja ein Teil des Bodens verschlungen ist und Menschen und Tiere verschwanden.

Ubbo Emmius gibt hier das Jahr 1373 an, der überwiegende Teil der Quellen benennt jedoch das Jahr 1374.

Einzelnachweise

  1. M.K. Elisabeth Gottschalk: Stormvloeden en rivieroverstromingen in Nederland. Bd. 1, 1977

Siehe auch